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Das Ende von Fran Bow erklärt

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Ich spiele sehr gerne Adventures. In meiner Kindheit hat es mit Monkey Island angefangen und durch die Spiele von Deadalic Entertainment wurde diese alte Leidenschaft wiederbelebt. Ich würde nicht sagen, dass ich gut im rätseln bin. Trotzdem habe ich schon das ein oder andere Point and Click Adventure erfolgreich durchgespielt und war mit dem Ende meistens zufrieden. – Zumindest bis ich mich die letzten Tage dem Spiel Fran Bow gewidmet habe. An dieser Stelle spreche ich eine durchgängige Spoilerwarnung an all jene aus, die das Spiel noch nicht gespielt haben.

Die Geschichte von Fran Bow im Recap

Fran Bow war von Anfang an ein Spiel nach meinem Geschmack: Gruselig, strange und düster. Ich habe schon die Spiele Edna bricht aus, American McGee’s Alice und Alice Madness Returns geliebt. Fran Bow kam diesem Feeling für ein Point and Click Adventure erstaunlich nahe. Fran Bow wurde von Killmondy Games entwickelt und kam 2015 auf den Markt. Und darum geht es: Wir schreiben das Jahr 1944 und schlüpfen in die Rolle der zehn Jahre alten Fran Bow, die offensichtlich seit geraumer Zeit in einer Irrenanstalt lebt. Darauf haben wir aber so gar keine Lust. Eigentlich wollen wir nur noch nach Hause, zu unseren Eltern, unserer Tante Grace und vor allem zu unserem Kätzchen und einzigen Freund Mr. Midnight. Doch aus irgendeinem Grund lässt man uns nicht gehen.

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© Killmonday Games – Fran Bow

Fran Bow – Realität oder Illusion?

Im Laufe des Spiels finden wir heraus, dass Fran nach dem Mord an ihren Eltern alleine im Wald gefunden wurde, woraufhin sie, getrennt von ihrer Katze, in die Oswald Anstalt gebracht wurde. Unter der Aufsicht unseres Psychiaters Dr. Deern bekommen wird rätselhafte Medikamente, die lebhafte Halluzinationen einer grässlichen, blutigen Parallelwelt, voller schwarzer Schattengestalten und seltsamer Kreaturen hervorrufen. Mit Hilfe dieser Pillen „fliehen“ wir aus der Oswald Anstalt und erleben jede Menge skurrile Abenteuer. Während des Spiels wird nicht ersichtlich, wann wir uns in der Realität befinden und wann wir halluzinieren. Im Laufe des Spiels vermischen sich diese Welten miteinander, solange, bis Fran die Pillen gar nicht mehr braucht, um in die Parallelwelt abzudriften.

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© Killmonday Games – Fran Bow

Wir erfahren, dass auch wir, Fran Bow, für Tod erklärt worden waren. Es gibt einen Grabstein mit unserem Namen, der direkt neben den Leichen unserer Eltern liegt. Als wir diesen öffnen, liegen aber nicht wir, sondern eine Katzenleiche darin. Es wird deutlich, dass Fran selbst ihre Eltern umgebracht haben muss. Vermutlich auch ihre Katze Mr. Midnight. In kurzen Zwischensequenzen sehen wir hin und wieder eine Frau, die uns, nur sehr viel älter, sehr ähnlich sieht. Die Vermutung kocht hoch, dass wir im Koma liegen und in Wahrheit schon sehr viel älter sind, als uns das Spiel glauben lassen möchte. Diese Illusion wird dann aber schnell wieder zunichte gemacht. Die Szenerien in denen wir uns befinden werden während des Spielens immer skurieller, bis sie am Ende gänzlich den Bezug zur Realität verlieren. Das gilt ebenfalls für die mittlerweile völlig verwirrte Fran Bow.

Das Fran Bow Ende erklärt

Am Ende dieses definitiv skuriellen Abenteuers, habe ich mir noch einmal alle Geschehnisse vor Augen geführt und bin zu einem Schluss gekommen, der das Fran Bow Ende erklären könnte. Bei folgendem Abschnitt handelt es sich also nur um eine Theorie.

In der Oswald Anstalt wurde mit Zwillingen experimentiert. Die Zwillinge Mia und Clara Buhalmet wurden von Dr. Oswald zusammengenäht, einfach, weil dieser beweisen wollte, dass es geht und überprüfen wollte, ob deren DNA sich vermischt. Wenn Zwillinge bei den Experimenten starben, ließ Dr. Oswald deren Leichen in einen Brunnen in der Nähe der Anstalt werfen, den wir in Kapitel 2 besuchen. Frans Mutter, Lucia, hatte ebenfalls eine Zwillingsschwester: Grace. Dr. Oswald führte an ihnen ebenfalls Experimente durch. Grace verfiel Dr. Oswald, Lucia hingegen wollte damit nichts mehr zu tun haben, weshalb sie sich mit ihrem Mann und Fran isolierte und versuchte, ein glückliches Familienleben zu erschaffen. Durch die Besuche von Grace gelang ihr das jedoch nie völlig und auch Fran wurde von den Besuchen ihrer Tante beeinflusst.

Fran könnte ebenfalls von den Experimenten betroffen gewesen sein und ist vermutlich dadurch wahnsinnig geworden, woraufhin sie eine zwiegespaltene Persönlichkeit entwickelte und ihre Eltern sowie ihre Katze ermordete. Sie selber floh nach dem Mord in den Wald, wo Dr. Oswald sie auflas. Er erkannte seine Chance und ließ Fran als Tot erklären, damit er ungestört an ihr (weiter) experimentieren konnte, damit niemals jemand nach ihr fragen würde. An ihrer Stelle begrub man also die Leiche von Frans Katze. Das Monster mit den Hörnern, das uns das ganze Spiel hindurch begleitet, ist nur eine Personifikation von Frans Angst, Schuld und Wahnsinn. Denn Fran möchte sich ihrer Schuld nicht bewusst werden.

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© Killmonday Games – Fran Bow

Unterbewusst wusste Fran natürlich dennoch die ganze Zeit über, dass sie ihre Eltern ermordet hat. So finden wir bereits in Kapitel 1 einige Anspielungen darauf, dass Fran ihre Eltern ermordet haben könnte, wie zum Beispiel den Schriftzug „Ich habe es nicht getan!“. Wir fliehen also aus der Anstalt und stoßen zufällig auf den Brunnen, in dem die Zwillingsleichen entsorgt werden. Dies bringt in Frans Unterbewusstsein alte Erlebnisse hoch und sie erinnert sich wieder daran, was wirklich in der Oswald Anstalt mit Zwillingen (und ihrer Mutter) passiert ist und wird beinahe wahnsinnig. Sie rennt weiter und fällt so tief von einer Brücke, wodurch sie fast stirbt und in einer Art Zwischenwelt landet, wo sie Palontras trifft. Sie glaubt, in eine andere Parallelwelt gelangt zu sein, ist in Wahrheit aber nur im Koma. Die Zeit verrennt hier, demonstriert durch die Uhr der Jahreszeiten. Nach einer Zeit wacht Fran wieder aus ihrem Traum auf. Verstört irrt sie weiter durch den Wald, bis sie den Friedhof und ihr altes Zuhause findet und ihre Erinnerungen zurückkehren. Bei Itward auf dem roten Fahrrad, das ihrem so ähnlich sieht, handelt es sich natürlich nicht um einen real existierenden Itward, sondern nur um Fran selbst, die mit ihrer zwiegespaltenen Persönlichkeit kämpft. Als sie einen Unfall mit dem Fahrrad baut, findet sie sich im Wald wieder.

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© Killmonday Games – Fran Bow

Zu diesem Zeitpunkt werden wir von Dr. Deern mit dem Auto aufgelesen und zurück zur Anstalt gebracht. Fran halluziniert jedoch weiter. Zurück in der Anstalt begegnen wir noch einmal Grace und Dr. Oswald. Fran attackiert Grace und wird daraufhin von Dr. Oswald erschossen und stirbt. Vermutlich war Fran zu diesem Zeitpunt bereit so sehr in ihrer irren Welt gefangen, dass sie sich einbildete, ihre Tante sei böse und für den Tod ihrer Eltern und das Leid, dass sie durchleben musste, verantwortlich. Wie schon bei der Nahtoderfahrung durch den Sturz von der Brücke, erscheinen wieder Itward und Palontras, die sie dieses Mal endgültig mit in ihr Reich, sprich in den Tod, mitnehmen. Dort „lebt“ sie zeitlos (demonstriert durch die große Uhr mit allen Jahreszeiten, durch deren Benutzung sie ja doch nicht altert) und glücklich mit ihrer Katze und allen Menschen die sie liebt bis in alle Ewigkeit.

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© Killmonday Games – Fran Bow

Das Fazit zum Fran Bow Ende

Ich hatte das Gefühl, dass ich selbst während des Spiels immer wahnsinniger wurde. Selbst jetzt, mehrere Tage nachdem ich das Game beendet habe, geht es mir immernoch nicht aus dem Kopf. Ich frage mich, welche Zusammenhänge zwischen Realität und Parallelwelten ich verpasst haben könnte und wie Frans Schicksal „wirklich“ endete. Stimmt meine Theorie? Oder waren wir die ganze Zeit über schon Tod und erlebten die Geschehnisse als Geist? Starben wir durch den Schuss von Dr. Oswald oder leben wir noch immer glücklich mit Palontras und Itward in einer anderen Realität? Sind wir in Wahrheit schon ganz alt und haben uns alles nur eingebildet?

Wie interpretiert ihr das Fran Bow Ende? Das würde mich wirklich brennend interessieren. Vielleicht sind auch mir während des Spielens wichtige Hinweise entgangen. Vielleicht ist Fran ja auch wirklich durch die fünf Parallelwesen gereist und vielleicht war sie es auch gar nicht, die ihre Eltern ermordet hat. Fragen über Fragen, die wir wohl nur gemeinsam klären können. Schlussendlich war Fran Bow ein verteufelt gutes Spiel, von deren Sorte ich gerne noch mehr sehen würde.

Geschrieben von
Vollzeitgeek, Motion Picture-Enthusiastin und Pixelfreundin Sarah ist mit dem Gaming aufgewachsen. Besonders gerne befasst sie sich heute mit RPGs, Adventure Games, Simulationen und Strategiespielen. Der Xbox One Controller und die PC-Maus sind dabei ihre stetigen Begleiter.

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