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Glücksspielstaatsvertrag: Sind Lootboxen illegales Glücksspiel?

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Die Diskussion dauert nun schon eine ganze Weile an und beschäftigt Gamer, Gesetzgeber und Juristen: Sind Lootboxen eine Form von Glücksspiel und deshalb illegal? Ganz einfach ist die Antwort nicht. Wir klären die Fakten.

Was genau sind Lootboxen?

In vielen Games gibt es versteckte Inhalte oder Items. Sie sind zum Beispiel in virtuellen Schatztruhen versteckt. Der Inhalt wird zufällig generiert und ist für den Spieler vorher nicht ersichtlich. Solche „Überraschungspakete“ nennt man auch Lootboxen.

Was ist daran jetzt so problematisch? Erst einmal nicht viel, solange solche Inhalte ohnehin zum Spielumfang gehören. Schwierig wird es dann, wenn für Lootboxen bezahlt werden muss.
Das ist beispielsweise bei FIFA der Fall, wo die Lootboxen Spieler enthalten. Hier sind Pack-Openings für manche Spieler mittlerweile ein regelrechtes Event.
Kritiker argumentieren hier jedoch folgendermaßen: Es wird Geld für Lootboxen ausgegeben. Was die enthalten, ist Glückssache. Die Inhalte können für den Spieler einen Mehrwert bedeuten oder auch mehr oder weniger wertlos sein. Das ist so ähnlich, wie wenn man eine Münze in einen Spielautomaten steckt und damit streng genommen Glücksspiel. Man spricht hier auch vom sogenannten Pay-to-Win-Modell.

Was sagt die Gesetzgebung?

Was Glücksspiel ist, wer es wo anbieten und wer spielen darf, regelt in Deutschland der Glücksspielstaatsvertrag. Er wurde zuletzt 2021 reformiert, vor allem um eine einheitliche Gesetzesgrundlage für Online-Casinos zu schaffen. Die wurden mit dem neuen Gesetz in Deutschland legalisiert, allerdings unter bestimmten Voraussetzungen.
Wer Glücksspiel anbieten möchte, muss bestimmte Vorgaben erfüllen und vor allem eine entsprechende Lizenz haben. Sie soll dafür sorgen, dass Spieler sicher und legal spielen können und sicherstellen, dass beispielsweise der Jugendschutz gewahrt bleibt. Der Schutz vor Spielsucht soll über die Glücksspiellizenz ebenfalls verbessert werden. Hierfür wird unter anderem ein Einsatzlimit vom Anbieter verlangt.

Auch in den meisten anderen Ländern ist legales Glücksspiel an eine solche staatliche Lizenz gekoppelt, die Hör zu weitere Informationen nachhören können.
Definiert man Lootboxen nun tatsächlich als Glücksspiel, gibt es hier ein Problem. Denn die Herausgeber von Games wie FIFA haben natürlich keine Glücksspiellizenz. Damit bleiben auch die entsprechenden Vorgaben zum Jugend- und Spielerschutz auf der Strecke.

Was macht den Sachverhalt so kompliziert?

Man könnte nun einfach der Argumentation der Kritiker von Lootboxen folgen. Lootboxen gegen Entgelt wären dann illegales Glücksspiel und müssten in Deutschland aus Konsolen- und Computergames verschwinden. In Belgien und den Niederlanden ist das tatsächlich so geschehen.
Aber ganz so einfach ist es eben doch nicht. Das Problem ist die Grenzziehung. Wäre alles, was man kauft, ohne den Inhalt zu kennen Glücksspiel, träfe das auch auf ein Päckchen Sammelkarten vom Kiosk, ein Los von der Losbude auf der Kirmes oder sogar ein Überraschungsei zu.
Allerdings sind die Dimensionen bei Lootboxen zugegebenermaßen oft größer. Viele Spieler geben beeindruckende Summen für entsprechende Inhalte aus. Marktforschern zufolge wurden weltweit 2020 etwa 15 Milliarden US-Dollar für Lootboxen ausgegeben und eine deutliche Steigerung dieses Umsatzes wird erwartet.
In Deutschland geht die Diskussion erst einmal weiter. Rechtlich wurde im Mai 2021 der Jugendschutz reformiert. Glücksspielähnliche Elemente sollen nun zumindest gekennzeichnet werden. Spiele ohne Altersfreigabe sollen außerdem durch eine Altersverifikation gesichert sein. Ob weitere Maßnahmen bezüglich der Lootboxen-Problematik folgen, bleibt vorerst abzuwarten.

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